Wundversorgung

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Was ist ein „offenes Bein“?

Vermutlich leiden Sie unter Schmerzen und haben bemerkt, dass die Wunden an Ihrem Unterschenkel oder Fuß nicht heilen wollen. Ihr Arzt hat Ihnen sicherlich erklärt, was ein „offenes Bein“ ist, ob weitere Untersuchungen erforderlich sind und welche Behandlungen Sie erwarten können. Hier können Sie allgemeine Informationen über ein offenes Bein – und über seine verschiedenen Ausprägungen – noch einmal in Ruhe nachlesen. Fast alle Patienten müssen Stützstrümpfe tragen, das ist sehr wichtig. Deshalb räumen wir diesem Thema auf unserer Website viel Platz ein. Wir hoffen, dass Sie zuversichtlich in die Zukunft blicken; Dermatologen und Fachärzte verfügen über viel Erfahrung mit dieser Erkrankung.

 

Ein „offenes Bein“ oder „Ulcus cruris“, wie die Mediziner sagen (wörtlich ein „Unterschenkelgeschwür“), ist eine offene Stelle oder Wunde am Unterschenkel oder Fuß, die durch eine Durchblutungsstörung verursacht wird und ohne Behandlung nicht richtig heilt. Solche Wunden können verschieden aussehen. Einige Wunden sind offen und feucht, andere hingegen bilden Krusten. Auch Farbe und Größe der Wunde können stark variieren.

 

Die Ursache kann an einem gestörten Blutzufluss,oder auch einem beeinträchtigten Blutabfluss liegen. Diese Störung besteht in der Regel bereits einige Zeit, bevor die Wunde auftritt.In erster Linie stellen die Patienten zunächst Symptome einer Flüssigkeitsansammlung („Ödem“) fest und haben müde, schwere Beine. Im nächsten Stadium kann sich die Haut verfärben, und schließlich öffnet sich die Wunde. Der Wundbereich schmerzt oft, wenn sich die Wunde gerade erst geöffnet hat, aber häufig auch schon einige Tage zuvor. Die Symptome eines „offenen Beins“ – die Wunde und die Schmerzen – lassen sich in der Regel gut behandeln. Da sich die Durchblutungsstörung selbst zumeist nicht beseitigen lässt, kann es sein, dass eine weitere Wunde auftritt. Darum müssen Sie auch nach dem Abheilen einer Beinwunde immer therapeutische elastische Strümpfe tragen. Es ist ein Missverständnis, dass ein offenes Bein nur bei älteren Frauen auftritt. Die Erkrankung tritt in jedem Lebensalter auf – sowohl bei Männern als auch bei Frauen. Jedoch sind etwa 65 % der Patienten mit dieser Erkrankung Frauen. Das Durchschnittsalter liegt bei etwa 60 Jahren.

Wie entsteht ein offenes Bein?

Bei normaler Durchblutung der Beine wird sauerstoffreiches Blut über die Arterien zugeführt. Über immer kleinere Blutgefäße gelangt es zu den Muskeln, zur Haut und zu anderem Gewebe, wo es benötigt wird. Dort gibt das Blut Sauerstoff und Nährstoffe ab. Dann nimmt das Blut Abfallstoffe auf und fließt über immer größere Venen zurück zum Herzen und zur Lunge. Von den Beinen aus muss das Blut gegen die Schwerkraft zum Herzen hinauffließen. Bei gesunden Menschen geschieht dies automatisch durch die „Wadenmuskelpumpe“. Beim Gehen drückt die Wadenmuskulatur das Blut in den Venen nach oben Richtung Herzen; in den Venen sitzen Venenklappen, die ein Zurückfließen des Blutes verhindern. Bei vielen Patienten liegt die Ursache für ein offenes Bein in der Fehlfunktion dieses Mechanismus, der zu Flüssigkeitsansammlungen („Ödemen“) führt. Bei einer leichten Schädigung der Haut kann es schnell zu einer Entzündung kommen. Bei allen Patienten mit offenem Bein ist es wichtig, dass die Durchblutung während und nach der Behandlung wieder einwandfrei funktioniert. Dies ist nur möglich, wenn Sie immer einen therapeutischen elastischen Strumpf tragen.

Ein offenes Bein kann verschiedene Ursachen haben, die manchmal auch in Kombination miteinander auftreten.

Bei Venenproblemen strömt das Blut nicht richtig durch die Venen. Dadurch sammelt sich Flüssigkeit in den Geweben von Fuß und Unterschenkel an. Die Haut spannt sich, kann nicht gut durchblutet werden und wird dadurch sehr empfindlich. Die drei häufigsten Ursachen für Venenprobleme sind folgende:

1. Krampfadern („Varizen“)

Das sind Venen, die dicker geworden sind. Dadurch schließen die Venenklappen nicht mehr richtig und das Blut fließt wieder nach unten. Für Krampfadern besteht oft eine genetische Veranlagung. Krampfadern können sich z. B. durch Arbeit im Stehen, Übergewicht oder hormonelle Faktoren (z. B. Hormonumstellung während der Schwangerschaft) verschlimmern.

2. Thrombose

Das ist ein Blutgerinnsel, das sich in einer Vene festgesetzt hat. Blutgerinnsel können eine Vene vorübergehend vollständig verschließen („Thrombosebein“). Dies kann die Venen in der Wade schädigen. Die Venenklappen können beschädigt werden, sodass sie sich nicht mehr richtig schließen, dann fließt das Blut wieder nach unten.

Diese Folgen einer Thrombose im Bein treten meist erst nach einigen Jahren auf. Manchmal haben die Patienten bereits vergessen, dass sie einmal eine Thrombose hatten.

3. Unzureichende Funktion der Wadenmuskulatur

Bei Menschen, die ihre Wadenmuskeln nicht oft genug gebrauchen, z. B. Rollstuhlfahrer oder Menschen, die im Beruf viel stehen müssen, wird das Blut nicht gut ins Herz gepumpt.

Manchmal sind die Arterien verengt, was zu Durchblutungsproblemen führt. Dadurch wird das Gewebe nicht ausreichend mit Sauerstoff und Nährstoffen aus dem Blut versorgt. Die dadurch entstehenden Wunden – meist an Zehen und Füßen oder an der Vorder- oder Außenseite des Unterschenkels – können sehr schmerzhaft sein und heilen oft nur schlecht. Patienten mit dieser Form des offenen Beines machen oft die Erfahrung, dass es ihnen gut tut, den Unterschenkel herunterhängen zu lassen. Beim Gehen haben sie oft Schmerzen in den Beinen, die nach einer kurzen Ruhepause aufhören („Schaufensterkrankheit“). Diese Patienten haben keinen Anspruch auf therapeutische elastische Strümpfe.

Die kleinsten Blutgefäße werden Kapillargefäße genannt, weil sie so dünn sind. Wenn diese Kapillargefäße betroffen sind, wird die Haut schlechter durchblutet. Eine solche Schädigung der Kapillargefäße wird u. a. durch Rauchen, Diabetes und Bluthochdruck über einen längeren Zeitraum verursacht. Die Kapillargefäße können sich auch entzünden („Vaskulitis“), und auch solche Entzündungen können Wunden verursachen.

Bei manchen Patienten hat das offene Bein mehrere Ursachen (z. B. Diabetes und Bluthochdruck über längere Zeit), und daher treten hier auch verschiedene Symptome auf. Solche Wunden heilen in der Regel schlechter als Wunden mit nur einer Ursache.

Wie läuft die Untersuchung von einem offenen Bein ab?

Der Arzt stellt Ihnen zunächst eine ganze Reihe von Fragen: zu Ihrer Krankheitsgeschichte, zu Beschwerden, die in Ihrer Familie auftreten, und zu den Beschwerden an Ihrem Bein. Anschließend untersucht Sie der Arzt. Handelt es sich um Probleme mit den Adern, kann der Arzt dies oft recht einfach anhand der Hautveränderungen und der Lage der Wunde am Unterschenkel feststellen.

Eine der am häufigsten angewandten Untersuchungsmethoden ist die Dopplersonografie. Bei dieser Ultraschalluntersuchung wird die Qualität der Blutgefäße untersucht, und mit einem Gerät, dem Doppler, kann die Qualität des Blutstroms hörbar gemacht werden. Auf diese Weise können Geschwindigkeit und Richtung des Blutstroms und sein Strömungsmuster gemessen werden. Diese Untersuchung dauert etwa 45 Minuten. Falls noch andere Ursachen vermutet werden, z. B. an den Kapillargefäßen, muss manchmal ein Stück Haut unter örtlicher Betäubung vom Wundrand entfernt und unter dem Mikroskop untersucht werden. Manchmal wird auch die Zusammensetzung Ihres Blutes untersucht. Um herauszufinden, ob ein Problem an den Arterien vorliegt, kann der Arzt durch Fühlen am Bein herausfinden, ob die Arterien in einem gutem Zustand sind. Zur Bestätigung dieser Diagnose vergleicht der Arzt den Blutdruck an Ihrem Knöchel mit dem Blutdruck an Ihrem Arm. Dies wird als „Knöchel-Arm-Index“ bezeichnet. Bei Bedarf können die Arterien mit einer Angiographie genauer untersucht werden. Oftmals ist daran der Gefäßchirurg beteiligt. Bei einer Angiographie werden die Blutgefäße mit Hilfe eines Kontrastmittels für die Röntgenuntersuchung sichtbar gemacht; so lassen sich mögliche Gefäßerkrankungen erkennen.

Wie wird ein „offenes Bein“ behandelt?

Ziel der Behandlung ist es, die Wunde abheilen zu lassen und das erneute Auftreten von Wunden zu verhindern. Dies setzt voraus, dass sich die Durchblutung der Haut verbessert und der Blutkreislauf so gut wie möglich wiederhergestellt wird.

Wundbehandlung

Ihr Arzt, Ihr Wundexperte oder ein(e) Assistent(in) reinigt die Wunde regelmäßig und verbindet sie danach wieder. Es kann nicht schaden, normales Leitungswasser zur Reinigung der Wunde zu verwenden. Manchmal kann es erforderlich sein, einen Teil der Kruste und des Wundinhalts zu entfernen. Wenn diese Wundbehandlung zu schmerzhaft ist, kann eine schmerzstillende Salbe auf die Wunde aufgetragen werden. Nach der Reinigung wird die Wunde mit einem Verband abgedeckt. Manchmal wird hierbei ebenfalls eine Salbe aufgetragen. Die Wunde wird regelmäßig kontrolliert und immer wieder frisch verbunden, bis sie sich geschlossen hat. Befindet sich die Wunde an einer Stelle, an der beim Stehen und Gehen Druck auf die Knochen wirkt (Ferse, Ballen, Spann, Knöchel), ist darauf zu achten, dass dieser Druck vermieden oder zumindest stark reduziert wird. Der Verband wird dann so angelegt, dass der Druck auf diesen empfindlichen Stellen verringert wird; dies wird als „Polstern“ bezeichnet. Beim Polstern werden eventuelle Druckstellen entlastet, so dass der Verband überall mit dem gleichen Druck wirkt. Manchmal können Podologen oder Wundexperten dabei helfen, Lösungen für Druckstellen in Schuhen zu finden.

Kompressionsverband

Ist die Ursache für Ihr “offenes Bein” eine Durchblutungsstörung (Venenprobleme) dann ist das Anlegen eines Kompressionsverbands am Bein der richtige Weg um die Durchblutung zu verbessern. Ein solcher Verband wird vom Vorderfuß bis zum Knie angelegt. Die Kompressionsverbände sollen vor allem Druck auf den Unterschenkel ausüben. Im Fuß ist der Druck am größten und nimmt zum Knie hin ab. Auch wenn Sie Ihre Wadenmuskeln anspannen, steigt der Druck auf die Gefäße in den Beinen, und das Blut fließt besser vom Bein zum Herzen zurück. Ein Kompressionsverband sorgt dafür, dass Ihre „Wadenmuskelpumpe“ besser funktioniert. Sie sollten deshalb nicht nur einen solchen Kompressionsverband tragen, sondern auch ausreichend spazieren gehen, denn gerade dann bewegen Sie Ihre Wadenmuskeln. Die Kompressionsverbände, die Ihnen zu Beginn der Behandlung angelegt werden, müssen 24 Stunden pro Tag getragen werden. Wie lange Sie diese Verbände insgesamt tragen müssen, hängt davon ab, wie ernst die Wunde ist und wie schnell sie heilt. Dies kann sich von Patient zu Patient deutlich unterscheiden und richtet sich danach, wie groß die Wunde ist und wie lange sie bereits vor der Behandlung bestand Sie behandelt wurden. Die Kompressionsverbände müssen regelmäßig, mindestens einmal pro Woche gewechselt werden. Darum kümmert sich in der Regel ein Arzt oder Wundexperte in der Dermatologischen Ambulanz, der Hausartz oder eine spezialisierte Pflegefachkraft, welche dies nach ärztlicher Anordnung  durchführt. Auch Sie selbst können prüfen, ob der Druckverband gut sitzt. Zunächst geht die Schwellung Ihres Beins schnell zurück, und der Kompressionsverband muss regelmäßig erneuert werden. 

Wenn die Schwellung in Ihrem Bein überraschend schnell abnimmt, wird der Verband zu locker oder schlaff. Wenn der Verband zu straff oder ungleichmäßig gewickelt ist, kann es zur Bildung von Streifen kommen, oder Sie bemerken, dass die Zehen weiß werden. Ein Kompressionsverband darf niemals Schmerzen verursachen. In solchen Fällen sollten Sie sich si schnell wie möglich an Ihren behandelnden Arzt, Ihren Wundexperten oder die  zuständige Pflegefachkraft wenden, um den Verband neu anlegen zu lassen. Bei Problemen mit den Kapillargefäßen oder Schlagadern werden manchmal ebenfalls Kompressionsverbände angelegt, die jedoch oftmals weniger eng sind, um die Durchblutung nicht noch weiter zu behindern. Dann sprechen wir von einem schwächeren Kompressionsverband.

Therapeutische elastische Strümpfe

In den allermeisten Fällen ist es nicht möglich, die zugrunde liegende Ursache des offenen Beines (d. h. die Venenprobleme) zu beseitigen. Das bedeutet, dass Sie permanent Hilfe benötigen, damit Ihre Beine gut durchblutet werden. Sobald die Wunde richtig verheilt ist, müssen Sie tagsüber einen therapeutischen elastischen Strumpf tragen, um zu verhindern, dass Sie wieder ein offenes Bein bekommen. „Immer“ bedeutet im Prinzip für den Rest des Lebens, und zwar jeden Tag vom Aufstehen, bis Sie abends zu Bett gehen. Nachts sollten Sie den Strumpf ausziehen, damit keine Durchblutungsprobleme auftreten. Der Wundexperte,die Pflegefachkraft oder ein Mitarbeiter eines Sanitätshauses wird Ihnen den richtigen therapeutischen elastischen Strumpf anpassen. Wenn Sie an beiden Beinen Wunden haben, müssen Sie den linken und den rechten Strumpf gut unterscheiden, da die Strümpfe unterschiedlich sind. Jedes Mal, wenn Sie neue therapeutische elastische Strümpfe kaufen, müssen Sie diese neu anpassen lassen, da sich die Form Ihres Beines in der Zwischenzeit verändert haben kann. Die Strümpfe werden in der Regel morgens angelegt, da die Beine dann am schlanksten sind. Strümpfe können nur an einem Bein angemessen werden, in dem sich keine Flüssigkeit angesammelt hat. Da therapeutische elastische Strümpfe recht straff anliegen müssen, lassen sie sich manchmal nur schwer an- bzw. ausziehen.

Wenn Sie Schwierigkeiten beim An- oder Ausziehen der Strümpfe haben, können Sie es sich mit ein paar Tricks erleichtern:

  • Ziehen Sie den therapeutischen elastischen Strumpf bzw. die Strümpfe am Morgen direkt beim Aufstehen an, wenn Ihr Bein noch schlank ist.
  • Bei Bedarf können Sie das Bein ganz dünn mit Talkumpuder einreiben, um sich das Anziehen des Strumpfes zu erleichtern. Verwenden Sie nur fettfreien Talkumpuder, ansonsten wird das Gummi angegriffen.
  • Sie können auch ein Söckchen oder einen dünnen Nylonstrumpf anziehen, damit der therapeutische elastische Strumpf problemlos darauf gleitet.
  • Beim Anziehen können Sie (haushaltsübliche) Gummihandschuhe anziehen, um den Strumpf besser festhalten zu können.
  • Bei Bedarf können Sie das Bein ganz dünn mit Talkumpuder einreiben, um sich das Anziehen des Strumpfes zu erleichtern. Verwenden Sie nur fettfreien Talkumpuder, ansonsten wird das Gummi angegriffen.
  • Baden oder duschen Sie abends; nach dem Baden oder Duschen ist die Haut weniger gleitfähig. Wenn Sie doch morgens duschen, trocknen Sie das Bein/die Beine gründlich ab oder lassen Sie es/sie zunächst an der Luft richtig trocknen, wobei Sie Ihre Beine hochlegen.
  • Wenn das Anziehen dennoch problematisch ist, besprechen Sie mit Ihrem Pflegedienst oder Ihrem medizinischen Fachgeschäft, welche Hilfsmittel es zum An- und/oder Ausziehen gibt.

Therapeutische elastische Strümpfe

Gebühren
Gemäß den Beschreibungen Ihres Krankenversicherers müssen Sie ein angemessenes Hilfsmittel bekommen. Dies sind in vielen Fällen ein Paar therapeutische elastische Strümpfe pro Jahr. Bitte klären Sie die Kostenübernahme immer mit Ihrer jeweiligen Krankenversicherung und/oder lassen sie sich dazu von Ihrem behandelnden Arzt oder Ihres  zuständigen Versorgers beraten.


Pflege
Wenn Sie die Strümpfe gut pflegen, halten diese ungefähr sieben Monate lang. Danach verlieren Sie ihre Spannung. Lassen Sie niemals ein Paar Strümpfe im Schrank liegen, sondern tragen Sie Ihre Strümpfe immer abwechselnd. Die Strümpfe dürfen niemals mit fetthaltigen Substanzen in Berührung kommen. Tragen Sie daher niemals eine Salbe auf, bevor Sie Ihre Strümpfe anziehen, denn Salbe greift die Gummifäden in Ihren Strümpfen an. Wenn Sie Ihre Beine eincremen möchten, tun Sie das nach dem Ausziehen Ihrer Strümpfe, bevor Sie ins Bett gehen. Da die Strümpfe so lange wie möglich ihre Form behalten müssen, ist es wichtig, dass Sie sie beim Waschen und Trocknen sorgsam behandeln.

Waschen Sie Ihre Strümpfe am besten von Hand oder in der Waschmaschine mit dem Programm für Feinwäsche bei 30°C. Verwenden Sie am besten ein Spezialwaschmittel für elastische Strümpfe oder ein Feinwaschmittel. Verwenden Sie niemals Weichspüler, Bleiche oder bleichende Mittel, Fleckenwasser, Waschbenzin oder ähnliche Produkte. Spülen Sie die Strümpfe nach dem Waschen gut aus, damit keine Seifenreste zurückbleiben. Wringen Sie die Strümpfe niemals aus. Damit die Strümpfe schneller trocknen, können Sie sie nach dem Waschen fest in ein Handtuch einrollen und kräftig ausdrücken, lassen Sie sie anschließend im Hängen oder Liegen trocknen. Trocknen Sie therapeutische Strümpfe niemals im Trockner, in der Nähe eines Ofens, auf der Heizung oder in der Sonne. Strümpfe sollten am besten etwa zweimal pro Woche gewaschen werden.

Fragen

Bei Fragen, Unklarheiten oder Beschwerden zur Wirkung oder Anwendung der therapeutischen elastischen Strümpfe können Sie sich jederzeit an Ihren Wundexperten oder Ihre Pflegefachkraft wenden. Hier erhalten Sie alle Informationen über die Wirkung und die Anwendung der therapeutischen elastischen Strümpfe, und es wird beurteilt, ob eine Anpassung des Strumpfes notwendig ist.

Wie stark schmerzt ein offenes Bein?

Ein offenes Bein kann sehr schmerzhaft sein, muss aber nicht. Die Schmerzen können Ihren normalen Alltag deutlich einschränken. Sie können durch die Schmerzen weniger mobil sein oder z. B. schlechter schlafen. Vielleicht können Sie vorübergehend nicht richtig arbeiten. In diesem Fall müssen Sie gemeinsam mit Ihrem Arbeitgeber eine Lösung suchen. Insbesondere wenn die Wunde noch offen ist, können die Schmerzen wie beschrieben auch das Gehen erschweren. Dennoch müssen Sie sich gerade dann weiterhin viel bewegen, um die Wadenmuskelpumpe so gut wie möglich zu trainieren. Es gibt Medikamente gegen die Schmerzen, aber nicht alle Patienten sprechen gleich gut auf diese Medikamente an. Welche Schmerzmedikation für Sie die Richtige sein könnte, sollten Sie in jedem Fall mit Ihrem behandelnden Arzt besprechen. Es ist wichtig, dass Sie diese Schmerzmittel genau nach den Anweisungen des Arztes einnehmen. Wenn Ihnen Ihr Arzt Schmerzmedikamente verschrieben hat, sollten Sie diese genau so einnehmen, wie er dies verordnet hat und keinesfalls mit der Einnahme warten bis die Schmerzen zu stark sind. In diesem Fall kann es sein, dass die Medikamente nicht mehr oder nur noch bedingt wirken.
Einige Schmerzmittel funktionieren am besten, wenn Sie sie möglichst regelmäßig einnehmen; so vermeiden Sie, dass die Schmerzen zu sstark  werden und eine Einzeldosis nicht mehr ausreicht. Die meisten Ärzte werden nach Schmerzen fragen, aber es ist immer wichtig, auch selbst darauf hinzuweisen. Sie selbst können am besten sagen, ob und wie stark die Schmerzen in Ihrem Bein sind. Auch wenn die Schmerzen Sie am Schlafen hindern, ist es am besten, mit dem Arzt darüber zu sprechen.

So tragen Sie therapeutische elastische Strümpfe

Tragen Sie Ihren therapeutischen elastischen Strumpf bzw. Ihre Strümpfe immer, außer im Bett, in Dusche oder Badewanne oder beim Schwimmen. Wenn es sehr warm ist, möchten Sie eventuell den Strumpf ausziehen, weil es Ihnen an den Beinen zu heiß wird. Gerade dann aber ist der therapeutisch elastische Strumpf von großer Bedeutung für die Durchblutung, denn bei warmem Wetter dehnen sich die Blutgefäße zusätzlich aus, und es sammelt sich mehr Flüssigkeit an.

Behandlung von Arterienproblemen

Die Behandlung einer gestörten Blutversorgung erfolgt durch einen Gefäßchirurg. Der Gefäßchirurg prüft, ob eine Operation oder eine Erweiterung der Gefäße möglich ist. Dazu wird im Vorfeld eine Untersuchung mit einem Kontrastmittel (Angiographie) durchgeführt. In einigen Fällen ist eine operative Behandlung nicht erforderlich oder nicht möglich. Oftmals wird dann ein Lauftraining empfohlen.

Gesunde Lebensweise

In Ihrem Alltag können Sie vieles tun, was zur Heilung Ihres offenen Beins beiträgt, und Sie können dafür sorgen, dass in Zukunft keine Wunden mehr auftreten. Hier finden Sie die wichtigsten Tipps:

Beingymnastik

Machen Sie über den Tag verteilt verschiedene Beinübungen. Sie können regelmäßig Gymnastikübungen durchführen, die Ihre Wadenmuskeln stärken und Ihre Knöchel geschmeidig halten. Stellen Sie sich z. B. regelmäßig eine Weile auf die Zehenspitzen (so trainieren Sie Ihre Wadenmuskeln). Im Sitzen können Sie Ihre Füße drehen oder die Zehen zu sich hin ziehen oder auf und ab bewegen.
Dadurch bleiben die Knöchelgelenke und die Unterschenkelmuskeln beweglich.

Viel bewegen

Tragen Sie keine einengende Kleidung, also keine engen Hosen, Socken, Korsetts, Strumpfbänder oder schmale Stiefel. Tragen Sie bequeme, gute Schuhe mit nicht zu hohen Absätzen (max. 2 cm). Wenn Sie Schuhe mit hohen Absätzen, weiche Hausschuhe oder Pantoffel tragen, können Sie den Fuß nicht ausreichend abrollen – dann nutzen Sie die Wadenmuskelpumpe nicht oder nicht ausreichend.

Beine hochlegen

Wenn Sie lange sitzen müssen, legen Sie die Beine hoch. Bitte stehen Sie auf Reisen regelmäßig von Ihrem Sitzplatz im Flugzeug oder Bus auf oder gönnen Sie sich bei langen Autofahrten häufige Pausen für kurze Spaziergänge.

Kleidung und Schuhe

Vor allem müssen Sie viel gehen, und auch sonst sollten Sie sich viel bewegen. Dadurch wird Ihre Wadenmuskelpumpe optimal trainiert. An mindestens fünf Tagen pro Woche sollten Sie eine halbe Stunde lang gehen. Diese halbe Stunde pro Tag können Sie auch auf drei Spaziergänge von mindestens 10 Minuten Länge aufteilen.

Ernährung

Achten Sie auf Ihre Ernährung und Ihr Gewicht. Achten Sie darauf, alle notwendigen Nährstoffe aufzunehmen und gleichzeitig Ihr Gewicht zu halten – beides lässt sich gut miteinander kombinieren. Jeder, aber vor allem Patienten mit einem (behandelten) offenen Bein sollte unbedingt darauf achten, ausreichende Nährstoffe mit der Malzeiten aufzunehmen. Sie brauchen keine zusätzlichen Vitaminpillen zu schlucken: Mit einer gesunden, abwechslungsreichen Kost erhalten Sie alle benötigten Nährstoffe. Trinken Sie auch genug, mindestens eineinhalb Liter (Wasser, Tee o.ä.) (pro Tag.

Gewicht

Relativ gesehen tritt ein offenes Bein bei Menschen mit Übergewicht häufiger auf. Gleichzeitig fällt es übergewichtigen Person schwerer, viel zu laufen und andere Gymnastikübungen zu machen, die die Durchblutung des Beines fördern. Legen Sie ein Maßband um Ihre Taille – so können Sie leicht überprüfen, ob Sie übergewichtig sind.
Als Frau sind Sie übergewichtig, wenn ihr Taillenumfang 88cm überschreitet. Bei Männern liegt dieser Wert über 102 cm. Eine etwas kompliziertere und genauere Methode zur Berechnung Ihres Optimalgewichts im Verhältnis zu Ihrer Körpergröße zu berechnen, ist der Body Mass Index (BMI). Dieser darf nicht über 25 liegen. Die Formel lautet: (Ihr Gewicht) dividiert durch (Ihre Größe im Quadrat).

Es gibt viele Tipps und Tricks

Diese zielen vor allem auf gesunde Ernährung und selteneres Naschen ab – um Übergewicht vorzubeugen oder wieder das Optimalgewicht zu erreichen. Übergewicht erhöht auch das Risiko für andere Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Rauchen

Auf Menschen mit einem (behandelten) offenen Bein wirkt sich das Rauchen sehr negativ aus. Nach jeder Zigarette wird Ihre Haut 20 bis 30 Minuten lang schlechter durchblutet. Dadurch gelangen weniger Nährstoffe und Sauerstoff an die Wunde und die Heilung verschlechtert sich. Wenn Sie noch rauchen und damit aufhören wollen, können Sie sich bei Ihrer Krankenkasse informieren und wertvolle Tipps erhalten. Durch das Rauchen verschlimmern sich auch die Schmerzen an Ihrem Bein.

Leben mit offenem Bein

Ein offenes Bein, Verbände oder ein therapeutischer elastischer Strumpf lassen sich nicht immer verstecken. Eine offene Wunde ist oftmals kein angenehmer Anblick. Manchmal tritt Feuchtigkeit aus der offenen Wunde aus, welche auch unangenehm riechen kann. In diesem Fall berät Sie Ihr Wundexperte oder Ihre Pflegefachkraft gerne über ggf. lindernde Möglichkeiten, welche es Ihnen angenehmer machen Ihre Sozialen Kontakte zu pflegen. Außerdem können Verbände es Ihnen schwerer machen, geeignete Schuhe zu finden.

Besprechen Sie Ihre Probleme mit Ihrem behandelnden Arzt, Wundexperten oder Ihrer Pflegefachkraft – von ihnen werden Sie unterstützend beraten.

z. B. wenn Sie nur an einem Bein einen Verband tragen: Dann ist ein Fuß dicker als der andere. Manchmal gibt es auch andere Probleme. Sie können von der Hilfe anderer abhängig werden oder einfache Dinge (wie z. B. Duschen) sind plötzlich unglaublich aufwändig und anstrengend. Bei Bedarf kann ein Pflegedienst Sie hierbei unterstützen, z. B. durch Vermittlung geeigneter Helfer und/oder Hilfsmittel. Bei der Ausübung Ihres Berufes kann ein offenes Bein manchmal zu speziellen Problemen führen. Insbesondere langes Stehen (z. B. bei der Arbeit als Verkäufer im Einzelhandel oder beim Arbeiten an Werkbänken) ist schlecht für die Durchblutung der Beine und sollte vermieden werden. Wenn Sie im Beruf sitzen müssen, sollten Sie sich angewöhnen, regelmäßig aufzustehen und ein wenig herumzulaufen. Der Betriebsarzt kann gemeinsam mit Ihnen Lösungen finden. Für viele Probleme und Fragen gibt es keine Standardlösung. Besprechen Sie Ihre Probleme mit dem behandelnden Arzt oder Ihrem Pflegeexperten – beide können Sie beraten und unterstützen. Versuchen Sie, so aktiv zu bleiben, wie Sie es in der Zeit waren, bevor Sie ein offenes Bein bekamen, und tun Sie alles, was Ihnen gut tut.